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Am 1. Mai Reif oder nass, macht den Bauern immer Spaß. So viele Fröste vor Wenzeslaus (28. September) fallen, so viele nach Philippi folgen. Wenn die Sonne gut ist am 1. Mai, gibt es viel Korn und ein gutes Heu. Wenn es regnet am 1. Mai, regnet es auch weiter glei’. Regnet’s am ersten Maientag, viele Früchte man erwarten mag. Wenn’s Wetter gut am 1. Mai, gibt es viel und gutes Heu. Wenn der 1. Mai schellt, grünt das ganze Feld. Fällt am 1. Mai Reif, so hofft man auf ein gutes Jahr. Fällt Reif am 1. Mai, bringt er im Feld viel Segen herbei. Kommt der 1. Mai mit Schall, bringt er Kuckuck und Nachtigall. Sind Philippus und Jakobus nass, hat der Bauer großen Spaß. Philippi und Jakobi – viel fress’ i, wenig hab’ i. (Die Bauern warteten auf die nächste Ernte; sie mussten mit ihren Vorräten auskommen.)
Sankt Georg kommt nach alten Sitten zumeist auf einem Schimmel angeritten. (Schimmel = die letzten Schneeflocken des Frühlings) Kommt der Georg auf einem Schimmel, kommt ein gutes Frühjahr vom Himmel. Ist’s an Georgi warm und schön, wird man noch rauhe Wetter seh’n. Ist’s an Georgi hell und warm, gibt’s noch ein Wetter, dass Gott erbarm. Georg und Markus (25. April) ganz ohne Trost, erschrecken uns sehr oft mit Frost. Gab es Gewitter am Georgitag, so folgt gewiss noch Kälte nach. Auf St. Georgs Güte stehen alle Bäum’ in Blüte. Was bis Georgi die Reben treiben, wird ihnen nicht bis zum Gallus (16. Oktober) bleiben. Zu Georgi „blinde“ Reben, volle Trauben später geben. Sind die Reben an Georg noch „blutt“ und blind, freut sich der Winzer mit Frau und Kind. Am Georgstag zeigt sich schon die Schwalbe einen Augenblick und zieht sich nochmal zurück. Kann der Georg im Korn die Krähe verstecken, wird sich das Mehl häufen zu prallen Säcken. Am Georgstag soll sich das neue Korn schon so recken, dass sich die Krähe drin kann verstecken. Es deutet eine gute Ernte an, wenn sich zu Georg schon die Krähe im Korn verstecken kann. Des St. Georgs Pferd, das tritt den Hafer in die Erd. Der Georgstag, der ist der Pferde Ehrentag. Georgi bringt grüne Schuh. (Früher mussten die Kinder ab diesem Tag auf ihre Winterschuhe verzichten.) Zu Georgi blinde Reben, volle Trauben wird es später geben.
Sonniger Gertrudentag, Freud’ dem Bauer bringen mag. Ist Gertrud sonnig, wird’s dem Gärtner wonnig. Die Gertrud mit dem frommen Sinn, sie ist die erste Gärtnerin. Gertraude nützt dem Gärtner fein, wenn sie kommt mit Sonnenschein. Friert’s an Gertrud der Winter noch vierzig Tage nicht ruht. Sieht Sankt Gertrud Eis, wird das ganze Jahr nicht heiss.