Home Episode
Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, so der ganze Herbst sein mag. Scheint die Sonne hell und zart an Mariä Himmelfahrt, wird es schönen Herbst bedeuten. Sagt das Sprüchlein allen Leuten. Um Maria Himmelfahrt, das wisse, gibt es schon die ersten Nüsse. Wer Rüben will recht gut und zart, sä’ sie an Mariä Himmelfahrt. Mariä Himmelfahrt im Sonnenschein, bringt viel und guten Wein. Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, so es noch zwei Wochen bleiben mag.
Nach Barnabas die Sonne weicht, auf Luzia (13. Dezember) sie wieder zu uns schleicht. St. Barnabas niemals die Sichel vergaß, er hat den längsten Tag (stimmt nicht!) und das längste Gras. Sankt Barnabas schneidet das Gras. Mit seiner Sens’ der Barnabas kommt her und schneidet ab das Gras. Wenn St. Barnabas bringt Regen, gibt’s reichen Traubensegen. Regnet es an Barnabas, schwimmen die Trauben bis ins Fass. Der Barnabas macht, wenn er günstig ist, wieder gut, was vielleicht schon verdorben ist.
An Sankt Medardus wird ausgemacht, ob 40 Tag die Sonne lacht. Wie jetzt der Medardus wettert, solch Wetter 30 Tage zittert. Wie's Wetter auf St. Medardi fällt, es bis zu Mondes Schlusses anhält. Was der Medardus für ein Wetter hält, solch Wetter auch in die Ernte fällt. Ein sonniger Medardustag, der stillt aller Bauern Klag’. Ist’s an Medardus feucht und nass, regnet’s weiter ohne Unterlass. Regen am Medardustag verdirbt den ganzen Heuertrag. Wer auf Medardus baut, der kriegt viel Flachs und Kraut.
Georgus und Marks (23. und 25. April), die bringen oftmals was Arg’s; Philippi und Jakobi (1. Mai), sind dann noch zwei Grobi; Pankraz, Servaz, Bonifazi (12., 13., 14. Mai), das sind erst drei Lumpazi. Oft der Urban gar, ist streng fürwahr, und Peter und Paul (29. Juni), die sind meist nur faul. Der Klemens (23. November) uns den Winter bringt, St. Petri Stuhl (22. Februar) dem Frühling winkt; den Sommer bringt uns St. Urban, der Herbst fängt nach dem Barthel (24. August) an. Wie sich das Wetter an Urban verhält, so ist’s noch 20 Tage bestellt. Das Wetter um den St. Urban zeigt auch des Herbstes Wetter an. Scheint die Sonne hell am Urbanitag, wächst guter Wein nach alter Sag’; wenn es aber regnet, ist nichts gesegnet. Viel Sonne bringen muss St. Orben, sonst die Trauben leicht verdorben. Wenn der Urban kein gut’ Wetter hält, das Weinfass in die Pfütze fällt. Urban, lass’ die Sonne scheinen, damit wir nicht beim Weine weinen. Wie der Urban sein Wetter hat, so findet’s auch in der Lese statt. Der Urban mit viel Sonnenschein, der segnet unsere Fässer ein. Sankt Blas’ (3. Februar) und Urban ohne Regen, folgt ein guter Erntesegen. Sankt Urban hell und rein, gibt viel Korn und guten Wein.
Am 1. Mai Reif oder nass, macht den Bauern immer Spaß. So viele Fröste vor Wenzeslaus (28. September) fallen, so viele nach Philippi folgen. Wenn die Sonne gut ist am 1. Mai, gibt es viel Korn und ein gutes Heu. Wenn es regnet am 1. Mai, regnet es auch weiter glei’. Regnet’s am ersten Maientag, viele Früchte man erwarten mag. Wenn’s Wetter gut am 1. Mai, gibt es viel und gutes Heu. Wenn der 1. Mai schellt, grünt das ganze Feld. Fällt am 1. Mai Reif, so hofft man auf ein gutes Jahr. Fällt Reif am 1. Mai, bringt er im Feld viel Segen herbei. Kommt der 1. Mai mit Schall, bringt er Kuckuck und Nachtigall. Sind Philippus und Jakobus nass, hat der Bauer großen Spaß. Philippi und Jakobi – viel fress’ i, wenig hab’ i. (Die Bauern warteten auf die nächste Ernte; sie mussten mit ihren Vorräten auskommen.)
Wie das Wetter sich zeigt nach Benedikt eine Woche lang, so zeigt’s sich auch den ganzen Sommer lang. Der Benedikt leitet deine Hand, säest du mit ihm die Frucht ins Land. Soll das Korn gar üppig stehen, so soll man es an St. Benedikt säen. Willst du Gerste, Erbsen, Zwiebeln dick, so säe sie nach St. Benedikt. St. Benedikt, der macht die Möhren dick. Nach Benedikt, da achte wohl, dass man den Hafer säen soll. Nach Benedikt, da achte wohl, dass man jetzt alles säen soll. Nach des Benedikten Tag, man Erbsen und Zwiebeln legen mag. An Romanus (29. Februar) und Lupizinius, die Sonne scheinen muss.
Sonniger Gertrudentag, Freud’ dem Bauer bringen mag. Ist Gertrud sonnig, wird’s dem Gärtner wonnig. Die Gertrud mit dem frommen Sinn, sie ist die erste Gärtnerin. Gertraude nützt dem Gärtner fein, wenn sie kommt mit Sonnenschein. Friert’s an Gertrud der Winter noch vierzig Tage nicht ruht. Sieht Sankt Gertrud Eis, wird das ganze Jahr nicht heiss.